Tintenelfe kleckst grün - der ökologische Fußabdruck, ein Versuch grüner zu leben und ein leckeres Rezept

Tach auch!

Mit den Jahren wird man ja komisch, ne?! Was früher total wichtig war, ist jetzt unbedeutend und umgekehrt. So hat auch mich früher nicht geschert wieviel ich mit dem Auto fahre oder wo mein Essen her kommt, geschwiege denn was drin ist. Eigentlich fing alles ganz harmlos einem Silvesterabend, vor 5 oder 6 Jahren, an. Es wurde die klassische Frage in den Raum geworfen: "Und? Was habt ihr für Vorsätze?" Und meine Schwester antwortete: "Ich will umweltbewusster leben."


Ich fürchte fast, dass sie das heute gar nicht mehr weiß. Aus irgendeinem Grund ist das aber bei mir hängen geblieben. Ja, im Moment ist gefühlt jeder Vegetarier, Veganer oder auf irgendeinem anderen Ökotrip. Und jeder versucht den anderen zu bekehren. Und jetzt komm ich auch noch mit dem Thema um die Ecke. ABER! Aber ihr habt ja den großen Vorteil, dass ihr das nicht lesen müsst. Wenn euch das Thema auf den Keks geht, hab ich ja auch anderes Zeug auf meinem Blog. Davon abgesehen bin ich vom Dasein eines Veganers oder Ökos weit weit entfernt. Ja ich esse Fleisch. Wenn auch nicht viel. Dafür verputze ich jede Menge anderer tierischer Produkte wie Milch, Butter und Käse. Auch fahre ich viel zu viel mit dem Auto, putze mit Chemiekeule, habe mindestens einmal am Tag den Trockner laufen und schmeiße Lebensmittel in den Müll. Damit bin ich genauso gut oder schlecht wie die meisten von euch. Das soll sich aber ändern!

Wenn man Eltern wird, möchte man ein Vorbild für seine Kinder sein. Ihnen ein schönes Leben bereiten, ihnen eine Zukunft schaffen. Dazu gehört es auch unsere Umwelt zu pflegen und sich mal Gedanken darüber zu machen, wieviel Quatsch man macht, weil es bequem ist und es alle so machen. Versteht mich nicht falsch, ich werde jetzt nicht in eine Waldhütte ziehen und in ein Erdloch kacken. Ich werde auch nicht mein geliebtes Auto verkaufen. Ich werde vorallem nicht den Klimawandel aufhalten. Aber ich werde versuchen bewusster zu leben, einzukaufen und zu essen. Es ist ein Selbstversuch, den ich mit euch teilen möchte und wer weiß, vielleicht kann ich den einen oder anderen davon überzeugen, auch ein wenig grüner zu werden.

In der Zeitschrift green lifestyle, die Fräulein Ordnung auf ihrem Blog empfohlen hat, stand etwas über den ökologischen Fußabdruck. Auf fussabdruck.de - einer Initiative von Brot für die Welt - kann man einen Test machen und seinen ganz persönlichen Fußabdruck ermitteln. Dabei werden Fragen zur Ernährung, Fortbewegung, Konsum und Müllproduktion gestellt. Zugegeben, die Fragen sind etwas schwammig formuliert bzw. zu allgemein. Bei einem vier Personen Haushalt ist es schwer zu sagen, wie viel Müll ich als Einzelperson produziere. Dennoch habe ich den Test komplett gemacht und versucht alles ehrlich auszufüllen - auch wenn ich hin und wieder in Versuchung war zu fudeln.

Und dann kam das Ergebnis. Puh! Wenn jeder Mensch auf der Erde so Leben würde wie ich, bräuchten wir 3,1 Erden. Wow! Damit hatte ich nicht gerechnet. Im Bereich Konsum, Müll und auch Fortbewegung war mein Wert recht gering. Ich fahre zwar viel mit dem Auto, allerdings fliege ich nicht oft, in diesem Jahr gar nicht, daher der niedrige Wert im Vergleich zum deutschen Durchschnitt. Im Bereich Ernährung, Wohnen und heizen aber war mein Wert grauenhaft hoch.

 

Das regt zum nachdenken an. Bin ich wirklich so ein Umweltsünder? Offensichtlich schon. Aber das wird jetzt geändert. Mit neuen Rezepten, Tests von alternativen Lebensmitteln, upcycling und DIY-Ideen versuche ich jetzt grüner zu klecksen und werde hier regelmäßig davon berichten. Dazu werde ich am Ende jeden Berichts eine positiv/negativ Liste erstellen und hoffen, dass sie sich im Laufe der Zeit ändert, denn derzeit ist die Negativliste zu lang.


Bilder von Fussabdruck.de

Positiv:
-Ich benutze Jutebeutel, sogar zum Shoppen
-Ich kaufe mein Fleisch beim Bio-Metzger und nur einmal die Woche
-Ich nutze Portale wie Mamikreisel, Kleiderkreisel oder EbayKleinanzeigen
-Ich schneide Zahnpasta, Shampoo etc auf um die Reste zu nutzen
-Ich benutze alte Briefumschläge, altes Papier zum Schreiben von Einkaufszetteln und zum Malen für die Blagen
-Ich beziehe Ökostrom


Negativ:
-Ich fahre zu viel Auto
-Ich schmeiße zu häufig Lebensmittel weg
-Ich benutze die kleinen Plastiktüten für Obst und Gemüse im Supermarkt und auch Plastiktüten für den Müll
-Ich putze mit Chemiekeule
-Ich esse mehrmals täglich tierische Produkte
-Ich benutze 1-3 mal am Tag den Trockner
-Ich kaufe zu selten auf dem Wochenmarkt
-Ich benutze Syntetische Raumdüfte und WC-Spüler

-Ich dusche mich und wasche mit herkömmlichen, oft umweltschädlichen Mitteln

-Ich heize zu stark

 

Das ist erstmal eine allgemeine Liste. Von Bereicht zu Bericht versuche ich sie genauer zu gestalten. Ich werde versuchen darauf zu achten wieviele Kilometer ich mit dem Auto zurück gelegt habe oder wie viele Lebensmittel ich konkret verschwendet habe.


Und jetzt noch wat leckeres für euch. Ich habe in den letzten zwei Wochen angefangen Lebensmittel auszuprobieren und zu testen ob sie für mich und für meine Familie eine Alternative darstellen können. Vor gut zwei Wochen habe ich unser aller Lieblingsgericht Spaghetti Bolognese gekocht. Ich habe alles so wie immer gemacht, bis auf eines. Ich habe Sojaschnetzel statt Fleisch benutzt. Das ganze habe ich nach Packungsanweisung zubereitet und im Anschluss mit den Zwiebeln in die Pfanne gehauen. Die Bolognese habe ich wie immer zubereitet. Mit lecker Möhrchen, Sellerie, Lorbeerblättern und einem Spritzer Sojasoße. Der Olle und die Blagen haben derweil ein Buch gelesen - sehr vorbildlich. Als wir dann am Tisch saßen, habe ich erstmal alle futtern lassen. Dann hab ich gefragt ob es denn schmeckt. Sehr gut, war die Antwort. Als ich dem Ollen dann eröffnet habe, dass da gar kein Fleisch drin ist, war er ein bisschen verdutzt. Er dachte ich hätte das Rezept ein bisschen abgewandelt, ich probiere gerne mal mit neuen Zutaten, aber dass es "Fleischersatz" ist hätte er nicht gedacht. Geschmeckt hat es trotzdem.

Eine Woche später habe ich dann Bratlinge gemacht. Der Olle hat an der Arbeit gegessen, die Kleene in der Kita und ich wollte was schnelles - aber keine Pizza oder ähnliches. Also leckere Burger. Aber selbst gemacht. Hier bekommt ihr auch das Rezept dazu. Es war so lecker, dass der Olle ein bisschen traurig war, dass er in der Kantine gegessen hatte.


VEGETARISCHE BURGER


2 Vegetarische Bratlinge

2 Brötchen

Ziegenfrischkäse

Zwiebelchutney

Vegetarischen Brotaufstrich

eine Scheibe Bergkäse

Tomate

Gurke

Salat

Zwiebeln

Die Bratlinge mit ein bisschen Öl in der Pfanne braten.

Ein Brötchen mit Ziegenfrischkäse und Zwiebelchutney bestreichen. Mit Salat und ein paar Zwiebel belegen. Den Bratling und oben ein paar Tomatenscheiben drauf legen.

Das andere Brötchen mit dem Vegetarischen Brotaufstrich (ich habe Tomate-Rucola genommen) betreichen. Salat, Gurke und die Scheibe Käse drüber legen. Zum Schluss den Bratling und ein paar Tomatenscheiben drauflegen, fertig!

Wie ist das mit euch? Seid ihr Vegetarier oder Veganer? Seid ihr grüner geworden? Oder ist euch das nicht so wichtig?


Tschööö, eure Sandy

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Kommentare: 3
  • #1

    Sarah (Sonntag, 08 November 2015 17:55)

    Hey Sandy,
    finde auch der Test zum ökologischen Fußabdruck ist etwas schwammig, regt aber zum Nachdenken an und darum geht es ja :-) Hast du mal über eine Biokiste nachgedacht? Wir machen das seit fast 2 Jahren, da wir es auch nie zum Wochenmarkt schaffen und bekommen 1x die Woche ne Kiste mit Bioobst und -gemüse vor die Tür gestellt. Ich finde das super und als positiven Nebeneffekt geht man weniger einkaufen, kauft also weniger unnötige Sachen und schmeißt dadurch auch weniger weg. Und spart sogar noch Geld... Nur so als Idee, vielleicht ist das ja auch was für euch. Viele Grüße aus Jülich!

  • #2

    Sandy Tintenelfe (Dienstag, 10 November 2015 11:56)

    Hey Sarah,
    ne so eine Biokiste ist eine gute Idee. Da werde ich mich mal schlau machen. Danke für den Tipp.
    Liebe Grüße, Sandy

  • #3

    Sarah (Montag, 23 November 2015)

    Gerne! Wie gesagt, ich finde es super und man probiert auch mal Sachen aus, die man so vielleicht nicht unbedingt kaufen würde.