Wenn Trudi ins Krankenhaus muss - DIY Stofftier reparieren und ein Krankenhaus bauen

Tach auch!


Nein Trudi ist nicht die nette Tante von nebenan, Trudi ist ein Kuscheltier. Wobei, ob es ein Tier oder ein Geist oder ähnliches ist, ist noch nicht geklärt. Jedenfalls ist Trudi das Lieblings-Kuschelvieh von meiner Kleenen. Und wie das so mit Lieblingsviechern ist, kommt Trudi überall hin mit, wird durch die Gegend geschleift, gefüttert, als Spielgefährte oder Kopfkissen benutzt. Es wird ewig diskutiert, bis ich Trudi mal in die Waschmaschine stecken darf oder aber eine kleine Naht ausbessern kann.


Ich kann das gut verstehen. Ich hatte natürlich auch so ein Lieblingsteil. Es war ein Kissen in Mausform. Meine Schwester hatte auch so eins. Ich kann mich noch gut dran erinnern, wie meine Schwester jammernd vor der Waschmaschine saß und dabei zusehen musste wie ihr Kissen auseinander fiel. Man muss dazu sagen sie war damals schon 16. Sie hat es dann aber mit Humor nehmen können und jeden Watteknubbel benannt: Ah, da schwimmt die Milz! Oh nein, jetzt kommt der Darm auch noch raus.

Trudi war mittlerweile so abgeliebt und der Stoff ganz weggekuschelt, dass es mich an dieses olle Mauskissen erinnerte - bei Trudi konnte man auch schon fast die Innereien sehen. An allen möglichen Stellen bekam sie Löcher und Risse. Ein neues Kuschelvieh kam natürlich überhaupt nicht in die Tüte. Trudi war ein Geschenk meiner Schwester zur Geburt und war von Beginn an immer mit der Kleenen zusammen. Allerdings wollte ich der Kleenen nicht zumuten, dass Trudi sich bei der nächsten Wäsche auflöst.

Gestern kam dann die Einsicht. Mit Kulleraugen, Dackelblick und Schmollmund fragte sie dann: "Mama kannst Du die Trudi reparieren?" Eigentlich wollte ich ein bisschen arbeiten, aber jede Mutter wird bei diesem Blick weich. Also hab ich die Arbeit links liegen lassen und mich an das arme Tierchen begeben. Wenn an so nem Vieh mal ne Naht auf geht oder ein kleines Loch drin ist, ist das schnell geflickt. Hier musste ich allerdings einen komplett neuen Rücken und einen Fuß machen und das möglichst ohne Trudi noch weitere Schäden zu zufügen. Ich hab dann mal Doktor Google befragt, wie man sowas am besten angeht, konnte aber nichts hilfreiches finden. Also selbst dran.

Ich hab den Fuß dann mit Nahtzugabe nachgezeichnet und einen "Überziehfuß" genäht. Den hab ich dann einfach drübergestülpt und oben mit der Hand angenäht. Den Rücken habe ich ebenfalls auf Stoff gezeichnet. Allerdings ohne Nahtzugabe und habe den Rand mit einem engen Zickzack-Stich eingefasst, so dass er nicht aufribbeln kann. Anschließend hab ich ihn über den vorhandenen Rücken drübergelegt und mit der Hand angenäht.

Damit die Kleene noch ein bisschen Spielspaß hat, habe ich noch ein Krankenhaus gebastelt. Das ging wirklich schnell. Es war in 30 Minuten fertig. Die Anleitung für das Bett habe ich mal bei Pinterest gefunden. Das Krankenzimmer habe ich dann nach dem selben Prinzip gebastelt und ein bisschen bemalt. Die Sonne hat die Kleene mal gemalt und wurde schnell mit Maskingtape aufgeklebt. Die Decke ist nur ein Stück weißer Jersey und das Kissen habe ich aus dem selben Stoff genäht.

Dann kam die Kleene von der Kita und fragte direkt nach ihrer Trudi. Ich habe stolz das Krankenzimmer präsentiert, wollte noch die Geschichte von der schweren OP erzählen und dass der Trudiarzt viel Ruhe und 4 Kuscheleinheiten täglich verordnet hat, aber soweit kam ich gar nicht. Das Krankenhaus wurde auseinander genommen und Trudi flog durchs Wohnzimmer. "Ich will das so gar nicht haben. Ich will keinen Blümchenstoff. Und das Bett auch nicht!" Bäm! Voll verkackt! Die Kleene ging in ihr Zimmer, wütete ein bisschen und murmelte irgendwas von "doofe Mama". Zum Glück wurde Trudi aber schon nach kurzer Zeit wieder bekuschelt und die Kleene meinte nur: "Mama, wenn ich eine Fee bin, dann zauber ich der Trudi wieder Pünktchen auf den Rücken". Das Krankenhaus hat sie heute noch ausgemalt und wieder zusammen gebaut. Tja, manchmal muss man den Blagen eben erst ein bisschen Zeit gönnen, um sich an etwas neues zu gewöhnen.

Haben Eure Kinder auch solche Viecher? Habt Ihr noch Euer Kissen, Tier oder was auch immer aus Eurer Kindheit?


Liebe Grüße und schönes Wochenende, tschööö Eure Sandy

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Kommentare: 3
  • #1

    conny (murmel) (Samstag, 12 September 2015 01:39)

    ooooh, ich erinner mich so gut ... diese Tragödie wenn geliebte Kuscheltücher oder Tiere gewaschen werden MUSSTEN oder eigentlich so kaputt waren, dass sie nur noch den Weg in die Tonne hätten gehen sollen. DRAMA pur!
    Das war ja mal eine wirklich süße Idee mit dem Krankenhaus, auch wenns nicht ganz so geklappt hat am Anfang ;o).
    Meinen Teddy, der mittlerweile 56 Jahre auf dem Puckel hat, habe ich immer noch. Ich hab x-mal versucht ihn zu verkaufen ... aber niemand wollte ihn haben, obwohl er ein echter Steiff Bär ist und alle seine Kumpels aus der Sammlung locker zu Geld gemacht wurden.
    Heute hat er ein Bett im Schrank und wird jedesmal von der Kurzen zum spielen rausgeholt wenn sie zu Besuch bei der Omma ist. Lieblingskuschelviecher dürfen eben nicht einfach so weggeworfen oder verkauft werden, denn sie haben einen unschätzbaren Wert ;o).

  • #2

    Die Schwester (Donnerstag, 17 September 2015 22:23)

    es war wirklich schrecklich als sich Leber, Milz und Niere in der Waschmaschine drehten...
    Aber irgendwie auch lustig...
    Ich hab dieses Kissen immernoch... ;-)

  • #3

    Sandy Tintenelfe (Donnerstag, 17 September 2015 22:37)

    @Murmel: Man darf so Viecher ja auch nicht weggeben. Die gehören doch zur Familie ;-)
    @Ich weiß, mein Kissen existiert auch noch :-D